WM-Ticket im Visier
„Die Vorbereitung läuft bisher ziemlich gut und ich fühle mich mit meinen Übungen stabil. Das Hauptziel ist die Qualifikation für die WM – entweder über das Team oder über den Mehrkampf", blickt der Hohenemser voraus. Besonders wohl fühle er sich aktuell am Barren und an den Ringen, da "sitzen die Abläufe einfach sehr gut". Aber auch an den anderen vier Geräten soll Vetters Konstanz bei der Europameisterschaft Trumpf werden.
Die Generalprobe für Zagreb ist jedenfalls geglückt. Beim Vier-Nationen-Länderkampf Mitte Juli in Linz gewann Vetter mit soliden 77.882 Punkten die Einzelwertung. "Da habe ich mir nochmals das nötige Selbstvertrauen geholt. Bei der EM möchte ich die Punkte aber noch ein bisserl nach oben schrauben."
Dass Vetter national längst zur Spitze gehört, stellte er bei den Staatsmeisterschaften im Juni unter Beweis. Bei seinem "Heimspiel" in Dornbirn holte der 20-Jährige drei Goldene an den Geräten und Silber im Mehrkampf. Als Titelhamster entpuppte sich Vetter bereits im Nachwuchs: Zwischen 2016 und 2024 kürte er sich insgesamt 31-mal zum österreichischen Jugend- und Juniorenmeister.
Über Umwege zum Turnen
Dabei war Turnen zunächst keineswegs Vetters erste Wahl. Seine Mutter, selbst ehemalige Turnerin, wollte, dass ihr Sohn Sport betreibt, also probierte er zunächst verschiedene Disziplinen aus. So richtig begeistern konnte ihn keine davon. Erst als beinahe letzte Option das Turnen an der Reihe war, passte es. Mit fünf Jahren entdeckte Vetter seine sportliche Leidenschaft, bereits mit acht wechselte er ins Leistungszentrum. „Es hat mir einfach richtig getaugt. Und jetzt bin ich Turner, so einfach ist das“, erinnert er sich.
Auch international führte der Weg stetig nach oben. Beim EYOF 2022 erreichte Vetter zwei Finals, bei der Junioren-EM 2024 wurde er mit Österreich Team-Vierter und stand zweimal in einem Gerätefinale. Im Vorjahr folgte schließlich der endgültige Schritt auf die große Bühne mit seinen ersten Teilnahmen an einer Elite-EM und einer Weltmeisterschaft. Nun möchte Vetter in Zagreb dafür sorgen, dass auch 2026 noch ein zweites internationales Großereignis folgt.
18/08/26
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