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Charlize Mörz erreicht das Sprung-Finale der Turn-WM

Charlize Mörz erreicht das Sprung-Finale der Turn-WM

Charlize Mörz erreichte als erste Österreicherin überhaupt ein Einzelgeräte-Finale bei einer Kunstturn-Weltmeisterschaft. Die 20-jährige Mattersburgerin qualifizierte sich in Jakarta (Indonesien) als Vorkampf-Siebente im Sprung-Bewerb für die Top-8-Medaillen-Entscheidung am Freitag (9 Uhr MESZ).

Mörz: „Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen. Das Erreichen des WM-Finales bedeutet mir unglaublich viel. Es ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch eine Bestätigung all der harten Arbeit und Leidenschaft, die ich in diesen Sport gesteckt habe.“

Charlize Mörz weiter: „Die letzten Wochen waren herausfordernd, aber jeder Moment hat sich gelohnt. Ich kann es kaum erwarten, im Finale auf der Bühne zu stehen und all die Emotionen zu erleben. Es ist ein Traum, der wahr wird, und ich bin einfach nur glücklich und erfüllt.“ 

24 Stunden Warten auf das Ergebnis

Mörz gelangen in der ersten der zehn WM-Qualifikations-Subdivisionen bereits am Montag zwei ausgezeichnete, besonders hohe und dynamische Sprünge (Überschlag plus Strecksalto mit halber Schraube, Tsukahara gestreckt mit ganzer Schraube).

Dann begann das lange Warten, Mörz „übernachtete“ nach drei Subdivisionen auf dem dritten Zwischenrang. Am Dienstag schoben sich dann in den weiteren sieben WM-Vorrunden-Durchgängen nur noch vier weitere Kontrahentinnen vor sie.

Im Finale bekommt es Charlize Mörz mit einem mehr als illustren Feld zu tun, der Weltspitze an diesem Gerät aus den USA, aus China, Kanada, Deutschland, Belgien, Russland (AIN), Belarus (AIN) – und Österreichs Ausnahmekönnerin zählt dazu.

Sportdirektor Fabian Leimlehner: „Ich freu mich unglaublich für Charlize, sie hat es sich hart erarbeitet und bin sehr stolz auf sie und das ganze Team. Mit so einer Leistung in den Olympiazyklus zu starten ist genial und vielversprechend.“

Auch das Boden-Finale wäre beinahe greifbar gewesen

Am Boden – an diesem Gerät war sie 2024 Gesamt-Weltcup-Siegerin und deshalb auch für Olympia qualifiziert – gelang Charlize Mörz bei der WM eine auf den ersten Blick ebenfalls ausgezeichnete Kür. Doch die Jury wertete ihren gestreckten Doppelstrecksalto mit Schraube auf gebückt ab, anerkannte außerdem eine Pirouette nicht an.

Das kostete sechs Zehntel im Ausgangswert. Gepaart mit einem knappen Begrenzungslinien-Übertritt und zwei kleinen Haltungsschwächen ergab dies „nur“ 12.966 als Endwertung, somit knapp einen Punkt unter Potenzial den 17. Platz. Für das Bodenfinale wären 13.266 nötig gewesen.

Vorarlbergs Bohle und Wutschka mit Fehlern nicht in Bestform

Leni Bohle hatte das Mehrkampf-Finale der besten 24 oder eine Platzierung möglichst nahe daran angestrebt. Am Stufenbarren, Boden und Sprung turnte die 18-jährige Hohenemserin stark, doch drei Stürze vom Schwebebalken warfen sie im 93-köpfigen Mehrkampf-Feld auf Platz 60 weit zurück.

Bohle: „Ich weiß nicht, woran es lag, aber die Balken-Übung war einfach nicht das, was ich mir vorgenommen hatte. Dafür bin ich froh, dass ich die letzte Akrobatik-Länge am Boden bestens geschafft habe, das war mir sehr wichtig. Insgesamt habe ich den Wettkampf aber wirklich genossen und wieder vieles für mich mitgenommen.“

Aurea Wutschka hatte sich zuvor erst gegen zwei weitere Turnerinnen um den dritten WM-Startplatz intern durchsetzen müssen. In Jakarta trat die 18-jährige WM-Debütantin aus Wolfurt am zwei Geräten an. Leider verhinderten ein Sturz (bei einer sonst ausgezeichneten Kür) vom Schwebebalken und Unsicherheiten am Boden Ergebnisse nach Wunsch.

Es wurden unter jeweils rund 130 Kontrahentinnen die Plätze 63 und 78. Wutschka: „Die WM war eine wunderschöne Erfahrung, auch wenn nicht alles nach Plan lief. Ich bin unglaublich dankbar, im Großen und Ganzen nicht unzufrieden und nehme viele wertvolle Eindrücke mit nach Hause.“

Alle Fotos (C) Simone Ferraro.

Detail-Informationen zur WM Kunstturnen Jakarta 2025



20/10/25

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